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Blaue Reise Drucken
Geschrieben von Cerkes   
Dienstag, 2. Januar 2007

Wunderbares Erlebnis "Blaue Reise"...

Viele, die sie noch nie gemacht haben, stehen dieser Art von Urlaub vorerst einmal skeptisch gegenüber. "Da wird mir doch bestimmt schlecht!" oder "Was soll ich denn eine Woche lang auf so einem Schiff machen?" sind wohl die häufigsten Bedenken. Sie wissen aber nicht, was ihnen da entgeht! Die Buchung erfolgt ganz unkompliziert über ein Reisebüro. Am idealsten bietet sich die Kombination 1 Woche Hotelaufenthalt und 1 Woche Schiff an. Diese Reihefolge ist deshalb zu empfehlen, da aufgrund des Platzmangels auf einem Schiff oftmals auch "aus dem Koffer" gelebt werden muss und bei umgekehrtem Ablauf die Bekleidung für den Hotelaufenthalt dadurch manchmal in Mitleidenschaft gezogen wird. Falls jedoch auf besondere Garderobe Wert gelegt wird, besteht selbstverständlich auch die Möglichkeit, das diesbezügliche Gepäck in der Zwischenzeit deponieren zu lassen.

Man kann nun bei verschiedensten Anbietern unter diversen vorgegebenen Reiserouten wählen und je nach Preis die Ausstattung des Schiffes berücksichtigen (Pump-WC oder das bei uns übliche, Klimaanlage, Größe des Schiffes für die Anzahl der Reisenden bzw. mehr Bewegungsfreiheit etc.). Die Schiffe sind die in der so genannten Holzbauweise gefertigten "Gulets" und werden mit Motorkraft fortbewegt. Hat man sich nun alleine, zu zweit, mit Familie oder mit Freunden zu so einer außergewöhnlichen Urlaubsart entschlossen, obliegt es dem Veranstalter, die anderen Personen dazuzubuchen. Das heißt, man weiß vorher nicht, mit wem man diese Woche verbringen wird. Man sollte aus diesem Grund sehr locker an die Sache herangehen, tolerabel sein und auch bedenken, dass man für die gesamte Dauer auf engstem Raum miteinander auskommen muss. Das hört sich jetzt vielleicht schlimm an, ist es aber im Grunde genommen überhaupt nicht, denn wer sich für so einen Urlaub entscheidet, hat wohl mit den anderen Reisenden einige gemeinsame Vorlieben.

 

Falls sich jedoch von vornherein eine "bekannte" Gruppe von mindestens 10 Personen findet, kann man sein "eigenes" Schiff buchen und es besteht in diesem Fall zumeist auch die Möglichkeit, die Reiseroute zusammen mit dem "Kaptan" (Kapitän) etwas abzuändern. Der Vorteil an einer kleinen Routen Änderung liegt auf der Hand, denn es sind in Zeiten der Hochsaison unzählige Schiffe auf dem selben Kurs unterwegs, was zwar sehr gerne das wunderbare Gefühl einer Flottenzusammengehörigkeit aufkommen lässt, leider aber auch die Idylle einer einsamen Bucht stören kann. Es sollte jedoch immer bedacht werden, dass dem "Kaptan" die volle Verantwortung übertragen ist und er deshalb letztendlich die Entscheidungen trifft. Im Preis inbegriffen sind normalerweise Flug, Transfer zum Schiff/Hotel bzw. umgekehrt, etwaige Versicherungen, alle Hafenabgaben, je nach Veranstalter Vollpension (also Getränke extra) oder bei "All inklusive" selbstverständlich auch diese inkludiert. "All inklusive" wird jedoch auf dem Schiff nicht so gerne angeboten, da viele Personen dann aufgrund der Freigetränke gerne "über den Durst" trinken und die diesbezüglichen "Begleiterscheinungen" nicht gerade nachahmenswert sind.

 

 

     

Kaleköy

Kas

Olympos

 

Finike

Finike

 

 

Wenn man die Variante der völligen Unabhängigkeit wählt (Route), aus genügend Personen besteht, ausreichend Geld in der Tasche hat, ein besonderes Schiff oder eine bestimmte Crew haben möchte, besteht auch die Möglichkeit des Privatcharters direkt über den Schiffseigner. Dabei muss man sich jedoch um alles und das bedeutet wirklich alles selber kümmern (Flug, Transfer, Versicherung, Hafengebühren etc.) und dementsprechend extra zahlen. Vorsicht ist geboten, falls ein Mitreisender "abspringt", denn der Preis gilt dann selbstverständlich für das komplette Schiff und der Aigner will nur sein Geld sehen, egal woher es kommt. Deshalb ist auf jeden Fall eine gute Versicherung vonnöten.

 

Was soll man mitnehmen?

Diesbezüglich auf jeden Fall Informationen einholen, was unbedingt notwendig ist oder aber vielleicht sogar auf dem Schiff zur Verfügung steht. Für den Schiffsaufenthalt selbst benötigt man hauptsächlich Badebekleidung und für kühlere Abende ein passendes Teil sowie Kleidung für die diversen Landgänge. Es sollte wirklich nur das Notwendigste und Dinge des persönlichen Bedarfs (Medikamente, eventuell Walkman, Bücher etc.) mitgenommen werden. An ausreichend Sonnenschutz sollte unbedingt gedacht werden, denn der angenehme Fahrtwind lässt einen nur allzu leicht die Intensität der Sonneneinwirkung vergessen und das kann fatale Folgen haben.

 

Unterhaltung

An Bord befinden sich türkische Spiele, CD-Player oder ähnl. und manchmal auch ein Surfbrett. Oftmals offerieren auch lokale Anbieter diverse Vergnügungen wie Wasserski etc.


Verpflegung

Das Frühstück besteht zumeist aus Kaffee, Tee, Orangenjuice, Brot, Oliven, Schafs- und Schnittkäse, Eiern in diversen Zubereitungsarten, Tomaten, Gurken, manchmal Wurst, Marmelade und Honig. Tagsüber zaubert der Koch hervorragende Speisen auf den Tisch, die einfacher Hausmannskost entsprechen und herrlich unverfälscht Türkisch sind. Und wenn man Glück hat, lässt er seiner Phantasie freien Lauf und der Gaumen wird auch zwischendurch mit köstlichen türkischen Snacks verwöhnt. Zudem wird jeden Tag gefischt und bei entsprechendem Erfolg der Fang frisch zubereitet. Hmmmm .... Afiyet olsun!!!

 

Ablauf

Nach der Ankunft aller Reisenden auf dem Schiff erfolgt die Begrüßung durch den "Kaptan", der sich zumindest auf Englisch unterhalten kann. Danach wird der Begrüßungstrunk gereicht und es erfolgt die Besprechung des Tagesablaufs. Die Crew ist größtenteils nur der türkischen Sprache mächtig (abgesehen von ein paar "wichtigen" Floskeln). Der "Kaptan" kümmert sich um die Sicherheit seiner Gäste und Koch und "Schiffsjunge" um das Wohlergehen derselben. Und am Abend kann man endlich erstmalig das herrliche Essen genießen. Den Ankunftstag und die 1. Nacht verbringt man im Hafen, also unbedingt für Erkundigungen nutzen. Und wenn das Gebet des "Muezzin" beginnt ist man bereit für das große Abenteuer.Am nächsten Morgen geht es dann nach dem Frühstück an Deck und der morgendlichen Besprechung der Route los und einem außergewöhnlichen Urlaub steht somit nichts mehr im Wege. Die beeindruckende Landschaft zieht vorbei, während man unter sanftem Schaukeln des Schiffes über die Wellen getragen wird. Leicht spitzt die Gischt und verschafft zusätzlich zu der leichten Brise etwas Abkühlung. Man fühlt sich frei, lässt seinen Blick über den Horizont streifen ...

 

Die Gegend um Kekova

Manchmal wird man von Delphinen begleitet, deren Anblick einem das Herz höher schlagen lässt. Man hat das Gefühl, ein Lächeln zu erkennen und eine unheimliche Vertrautheit stellt sich ein. Ein anderes Mal staunt man über das Schauspiel eines Fliegenfischschwarms, der sich in rasender Geschwindigkeit über das Wasser bewegt und die Augen dabei durch sein Glitzern erfreut. Man genießt kulinarische Köstlichkeiten beim Frühstück, zu Mittag, zum türkischen Nachmittags-Kaffee oder Tee und zum Abendessen. Niemals ist man lange mit dem Schiff unterwegs, immer wieder ankert man in den traumhaftesten und abgelegen liegenden Buchten mit türkis schimmerndem Wasser. Der Sprung ins herrliche Nass ist purer Genuss ... man schwimmt, schnorchelt, taucht, entdeckt verborgene Grotten und wird dabei von bunten Fischen begleitet. Dann wiederum sitzt man bei einem Spiel zusammen oder unterhält sich in fröhlicher Runde. Oder man schwingt je nach Lust und Laune das Tanzbein zu türkischer oder mitgebrachter Musik und wenn man Glück hat, kann man den Gesängen der Crew lauschen. Und auch wenn man den Inhalt dieser Lieder nicht versteht, so fühlt man sie und es geht einem durch und durch. Und so bemerkt man von Tag zu Tag mehr, dass die einfache Lebensart Besitz von einem ergreift, dass Luxusartikel überflüssig sind und man sie in keinem Moment vermisst.

 

Man geht zu später Stunde unter freiem Himmel zu Bett und blickt dabei in einen gigantischen Sternenhimmel, der einem den Atem verschlägt und man lauscht den sanften Wellen, die sich am Schiff brechen. Und wenn man am nächsten Morgen durch das Blinzeln der ersten Sonnenstrahlen geweckt wird und den Aufgang in vollen Zügen genießen kann, sind die herrlichsten Fotos gesichert.
Immer wieder gibt es auch die Möglichkeit zu Landausflügen um Ausgrabungsstätten oder sonstige Sehenswürdigkeiten (Lykische Felsengräber etc.) zu besichtigen - diese sind extra zu bezahlen. Oder man steigt empor zu einer besonderen Aussicht, begleitet von lachenden Kinder, in deren dunklen Augen sich Lebensfreude spiegelt. Am Wegesrand sitzen Frauen, die ihre Handarbeiten zum Verkauf anbieten und die Entscheidung fällt schwer, welches Schnäppchen man nun mitnehmen soll. Und dann ist ja noch der alte Mann, der in der Glut der Hitze Oregano und Majoran entgegenstreckt. Wenn man in Häfen ankert, ist der Besuch eines "Berber" bzw. "Hamam" eine willkommene Abwechslung und ein lohnendes Schauspiel und sollte zum absoluten Muss eines Türkeiaufenthaltes zählen. Man wandelt entlang blühender Alleen, erfreut sich an den leuchtenden Farben des frischen Obstes und Gemüses, der Duft der Gewürze betört die Sinne und die unzähligen überall dargebotenen Nussarten verwöhnen den Gaumen.Doch irgendwann ist es Zeit um Abschied zu nehmen von den hilfsbereiten und liebenswürdigen Bewohnern dieses an Naturschauspielen so reichen Landes. Aber der Beschluss steht fest ... dieses Land und deren Bevölkerung laden ein zu einem abermaligen Besuch und wer weiß ... vielleicht trifft man sich wieder auf einer gemeinsamen "Blauen Reise" über die unendliche Weite des Meeres.

 

2007 © Copyright :: Tuerkei-Home.de  - Vielen Dank an Prenses und Terazi für Texte und Bilder!

 


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