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Geschrieben von Cerkes   
Montag, 1. Januar 2007

Der kleine Knigge für den Türkeiaufenthalt

 

Die Türkei ist ein islamisches Land. Das solltet ihr, auch wenn es noch so westlich orientiert ist, nie vergessen. Ich möchte hier ein paar Informationen geben, wie man sich am besten in der Türkei verhält und euch gewisse Regeln im Umgang mit den Menschen dort vermitteln. Ich gehe hier mehr auf die wichtigsten Punkte ein, die einen Aufenthalt in der Türkei so unkompliziert wie möglich machen sollen. Alkohol und Islam vertragen sich normalerweise nicht miteinander. In manchen anderen islamischen Ländern ist er streng verboten. In der Türkei ist er nicht verboten und der Genuss wird auch nicht geahndet. Bei Schweinefleisch ist das anders. Schweinefleisch ist tabu. Begrüßung: In der Türkei ist der Handschlag üblich und bei Bekannten, Verwandten und Freunden auch das Küsschen links, rechts auf die Wange normal. Ich möchte hier auch den häufig anzutreffenden Handkuss erwähnen. Er ist ein Zeichen des Respekts gegenüber einem deutlich Älteren oder den Eltern. Es zeigt symbolisch: “Dein Platz ist über dem meinen”.

Anrede: Frauen werden mit “Bayan” (Dame) oder “Hanım” und Herren mit “Bay” nach dem Vornamen angesprochen. Praktisches Beispiel: Mehmet Bey!

Um Fotos von den Menschen dort zu machen, fragt diese bitte vorher.

Zeigt nicht mit dem Finger auf Dinge und schon gar nicht auf Menschen.

Küssen und ähnlicher Austausch von Zärtlichkeiten zwischen Mann und Frau sind in der Öffentlichkeit nicht gern gesehen. Eine Einladung abzulehnen, gilt als unhöflich und eine Gegeneinladung wird erwartet, ebenso ein Gastgeschenk beim Abschied (aber kein Geld!). Ich meine aber damit nicht, dass ihr den Einladungen eines jeden Verkäufers, der euch in seinen Laden einlädt, nachkommen solltet! Gespräche über die Kurdenfrage und politische Diskussionen solltet ihr besser meiden.

Frauen sollten sich nicht zu freizügig kleiden, also am besten nichts Durchsichtiges, mit tiefem Ausschnitt, Miniröcke usw. tragen. Dadurch schränkt ihr so wenigstens etwas ein, als eine Art Freiwild angesehen zu werden. Wenn die “Anmache” trotzdem zu lästig wird, sagt freundlich und bestimmt: Nein! (Hayir! oder Yok!). Am Strand ist “oben ohne” nur in einigen privaten Hotelanlagen gestattet. FKK ist nicht erlaubt.

In der Moschee müsst ihr die Schuhe ausziehen. Frauen sollten eine Kopfbedeckung, z.B. Hut oder Tuch, tragen und Oberarme und Beine bedecken. Männer in Shorts sind ebenso nicht gern gesehen. Am besten solltet ihr Moscheen nicht während der Gebetszeiten besichtigen. Wenn es mal trotzdem dazu kommt, verhaltet euch still, unauffällig und geht nicht dabei an Betenden vorbei, denn das würde das Gebet wirkungslos machen.

 


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